WERKSERIE: PICTURES INSIDE ME
TEILSERIE: NATIVE
JAHR: 2000
BUCH: PICTURES INSIDE ME, KEHRER VERLAG, 2015
In seinen ironischen und humorvollen Fotografien baut Sebastian Kusenberg eine Welt zwischen Fiktion und Realität auf. Die in der Ausstellung gezeigten schwarz/weiß Fotografien sind alle Selbstporträts: die Serie NATIVE wurde mittels eines Luftdruckfernauslösers mit einer maximalen Entfernung zur Kamera von 8 Metern bei einer Belichtungszeit von einer Minute aufgenommen. Das Spiel von Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe, Tiefe und Oberfläche wirkt auf dem Barytpapier äußerst plastisch. Bei der exotisch wirkenden, dschungelartigen Umgebung in der der “Eingeborene” (Kusenberg) in phantasievollen Alltagshandlungen wie Baumklettern oder Purzelbaumschlagen festgehalten wird, handelt es sich um einnheimische Wälder. Der Betrachter wird zum Voyeur einer anthropologischen Studie über einen zeitgenössischen “Ureinwohner”. Verschiedene Bildassoziationen wie die Geschichten über Wolfskinder, Kindervorstellungen von Urwaldbewohnern, oder auch schlichte Kindheitserinnerungen stellen sich ein. Der “Urmensch” zeichnet sich durch unscharfe Konturen aus, sein Handeln bewegt sich im Rahmen einer unverbrauchten kindlichen Vorstellung von Überlebensstrategie.
– Helen Adkins, Einführung zur Ausstellung in der Museumsakademie, 2000